
Wie man zu einer roten Nummer kommt, Teil 2
Liebe Kinder,
wie Ihr sicher noch aus der letzten Geschichte vom kleinen Bankkaufmann wisst, wollte er sich
ein rotes Dauerkennzeichen besorgen. Heute will ich euch also den zweiten Teil der Geschichte erzählen.
Man hatte dem kleinen Bankkaufmann ja gesagt, er könne sofort ein rotes Dauerkennzeichen haben.
Nach zwei Wochen rief der kleine Bankkaufmann also auf dem Landratsamt an, ob denn nun alles
da sei. Die Dame an anderen Ende der Leitung verneinte dies. Der Auszug aus Flensburg sei zwar
da, aber das Führungszeugnis würde fehlen. Na gut, dachte der kleine Bankkaufmann, Beamte sind
nun mal langsam.
Also wartete er noch eine Woche ab, um erneut anzurufen. Doch wieder war keine
Post für unseren armen, kleinen Bankkaufmann angekommen. Die Dame meinte nun, der kleine Bankkaufmann
solle sich doch nochmals bei der Stadt erkundigen, ob der Antrag nun tatsächlich gestellt worden
sei.
Also erkundigte er sich. Das heißt, er versuchte es zumindest. Die Schnepfe am anderen Ende
der Leitung war äußerst beleidigt ob der Frage. "Natürlich haben wir das weggeschickt. Was
meinen denn Sie, was wir so tun ?". Darauf wollte der kleine
Bankkaufmann nun w i r k l i c h keine
Antwort geben, denn die hätte ihn vor Gericht ganz schön in Schwierigkeiten bringen können ...
... dennoch forderte er die Dame nochmals unmissverständlich auf, sich doch auch physisch von
ihrem Platz zu erheben und nachzusehen, was sie nach wilden Diskussionen dann auch tat. Als der
kleine Bankkaufmann dann noch wagte zu fragen, wie lange denn so was bei uns in Deutschland dauern
könne, wurde sie dann ausfallend: "Normalerweis isch so was in acht bis zea Däg do, es sei denn,
s´schdoht was dinna".
Was sie damit sagen wollte: der kleine Bankkaufmann sei ein kriminelles
Subjekt. Glaubt mir, liebe Kinder, der kleine Bankkaufmann war nun auch kurz davor, das zu werden.
Er beschloss aber lieber, Sie bei passender Gelegenheit nachts mit seiner Benelli aus dem Bett zu
werfen.
Wieder eine Woche später, nun bereits völlig hoffnungslos, rief er erneut beim Landratsamt an.
Und siehe da: Alle Unterlagen seien nun da !!! Es war ein Freitag, und so beschloss
der kleine Bankkaufmann, gleich am Montag morgen zur Zulassungsstelle zu gehen.
Dort stand er also am Montag auf der Matte. Eine holde, blonde Fee schwebte herbei und sprach:
"S´ duet m´r furchtbar loid, aber heit goht nix, alle Kombiuter (Drecks-IBM !!!) sind uns abgschmiert.
S´wär nett, wenn da morga oder so nommol komma kenndaschd". Beim Anblick und den Worten der Fee wäre der
kleine Bankkaufmann fast gleich gekommen, aber das gehört nun nicht in ein Kinderprogramm.
Und am Mittwoch erhielt der kleine Bankkaufmann dann seine roten Dauerkennzeichen und eine 30-minütige
Belehrung, was er nun alles nicht tun dürfe. Darüber belehrte ihn wieder die blonde Fee, weshalb es
auch nicht gar so schlimm war. "Du böser, böser Motorradhändler, das darfst Du alles nicht tun !!
Und wenn ich Dich erwische, dann werde ich Dich bestrafen, schlimm bestrafen !!!", sprach sie.
Doch unserem kleinen Bankkaufmann war dies momentan noch egal, und so war er am
Schluss, um viele Erfahrungen reicher und um viele Deutschmark ärmer, doch noch zum Ziel gekommen...
zum Teil 1